Vogel des Monats November 2026: Kiebitz

2022 erschien im APUS die „Kommentierte Artenliste der Vögel von Halle und Umgebung“ von Robert Schönbrodt und Peter Tischler (siehe auch hier unter Publikationen des Vereins).

Hier sind alle 306 Vogelarten, die bis 2020/21 in der Stadt Halle und im ehemaligen Saalkreis gesichert beobachtet wurden, einschließlich der Angaben zum aktuellen Jahresstatus aufgeführt. Für die davon bekannten 177 Brutvogelarten werden jeweils für die Zeiträume 1982-1999 und 2000-2020 Brutstatus und Bestandstrend mitgeteilt.

Auf der Website des OVH wird monatlich eine Vogelart aus dieser Publikation vorgestellt. Das gesamte Sonderheft des APUS mit der komentierten Artenliste kann beim OSA bestellt werden.

Auszug aus der Kommentierten Artenliste zum Kiebitz:

Die Bestandssituation hat sich in den zurückliegenden vier Jahrzehnten drastisch verschlechtert. Die ehemals in geeigneten Lebensräumen regelmäßig brütende Art erlitt auch im BG spürbare Bestandsrückgänge und gehört zu den Vogelarten mit dem gravierendsten Negativtrend. Liedel (in Gnielka 1984) gibt zu Beginn der 1980er Jahre noch einen Bestand von 110-275 BP an, davon 30-75 BP für das Stadtgebiet von Halle und 80-200 BP für das Gebiet des ehemaligen Saalkreises. Im Ergebnis der Kartierung 1983-1986 wurde bereits eine Abnahme des Brutbestandes deutlich. Schönbrodt & Spretke (1989) beurteilten den Gesamtbestand mit 160-210 BP. Gegen Ende der 1990er Jahre schätzten Gnielka & Stenzel (1998) den Brutbestand im Stadtgebiet Halle auf 15-30 BP, was bereits einer Halbierung des Bestandes im Vergleich zur BP-Anzahl der 1980er Jahre entsprach.

Kiebitz (Vanellus vanellus) Foto: Wolfram Riech

Die im Laufe des Berichtszeitraumes stattgefundene Abnahme des Brutbestandes war das Ergebnis einer Verschlechterung der Lebensraumqualität. Die Rekultivierung ehemaliger Tagebaulandschaften (Bruckdorf) und Kiesgruben (Rattmannsdorf, Hohenweiden) verbunden mit einer fortschreitenden Sukzession führten zu nachhaltigen Habitatverlusten. Noch schwerwiegender wirkten sich ungünstige Wasserverhälnisse infolge längerer Perioden mit zu geringen Niederschlägen in den Flussauen der Saale und Weißen Elster aus, die ehemals das Hauptvorkommen der Art beherbergten. So wird in Gnielka (1989a) für 1983 der Bestand im Bereich der Aue bei Holleben und der Kiesgrube Hohenweiden sowie auf den Feldern bei Angersdorf, Rockendorf und Planena auf 55 BP beziffert.

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Tagung der Gesellschaft für Tropenornithologie vom 9. bis 11. Oktober 2026 am Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen

Die Gesellschaft für Tropenornithologie (GTO) tagt vom 9. bis 11. Oktober 2026 am Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in Halle (Saale). Die beiden Vorträge am Samstagvormittag (Klaus Nigge: Verhängnisvolle Schönheit – Die blauen Papageien und Vladislav Marcuk: Grundlagenforschung zu Haltungspraktiken des Spix-Aras) und der Samstagabend (Verleihung des Preises für Tropenornithologie und Vortrag des Preisträgers) sind für Mitglieder des OVH offen.

Anbei das komplette Programm:

Tagungsprogramm-Halle

Vogel des Monats Oktober 2026: Kolkrabe

2022 erschien im APUS die „Kommentierte Artenliste der Vögel von Halle und Umgebung“ von Robert Schönbrodt und Peter Tischler (siehe auch hier unter Publikationen des Vereins).

Hier sind alle 306 Vogelarten, die bis 2020/21 in der Stadt Halle und im ehemaligen Saalkreis gesichert beobachtet wurden, einschließlich der Angaben zum aktuellen Jahresstatus aufgeführt. Für die davon bekannten 177 Brutvogelarten werden jeweils für die Zeiträume 1982-1999 und 2000-2020 Brutstatus und Bestandstrend mitgeteilt.

Auf der Website des OVH wird monatlich eine Vogelart aus dieser Publikation vorgestellt. Das gesamte Sonderheft des APUS mit der komentierten Artenliste kann beim OSA bestellt werden.

Auszug aus der Kommentierten Artenliste zum Kolkraben:

Sowohl die Ausrottung dieses Rabenvogels im BG gegen Ende des 19. Jahrhunderts als auch die Anfänge der Rückkehr ab 1980 in das Bergholz am Petersberg und ab 1983 in die Dölauer Heide beschrieben Rey (1871) und Gnielka (1983, 1984). Diese Wiederbesiedlung erfolgte im Zeitraum der Kartierung für den Atlas der Brutvögel Ostdeutschlands von 1978-1982/1983 (Nicolai 1993), als die Ausbreitung aus nördlicher Richtung gerade das BG erreichte (Köck 1981).

Die folgende halbquantitative Kartierung des BG im Raster von 770 Kilometerquadraten ab 1983-1986/1987 dokumentiert schon 5 BP (Schönbrodt & Spretke 1989); die drei neuen Reviere wurden im Stengelsholz bei Kloschwitz (seit 1984), sowie im Birkenbusch bei Domnitz und im Kockwitzer Busch (seit 1987) gefunden. Nach der folgenden Brutvogelkartierung von 1990- 1995 wurden für das BG bereits 8-10 sichere bis mögliche Reviere genannt (Gnielka & Zaumseil 1997). Die Aufmerksamkeit der Ornithologen für die weitere Verdichtung des Bestandes ließ dann merklich nach.

Kolkrabe (Corvus corax)
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Die Mehlschwalbe ist Vogel des Jahres 2027

Wie jedes Jahr riefen der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) zur Wahl auf. Mit dem jährlichen Voting soll auf die Gefährdung der Vögel und Lebensräume aufmerksam gemacht werden.

Mehlschwalbe (Bild: Wolfram Riech)

Zur Wahl standen:

  • Wasseramsel In Halle und Umgebung selten, meist nur als Überwinterungsgast
  • Mehlschwalbe Noch häufig, leidet unter Insektenschwund und dem Verlust von Nistplätzen.
  • Kolkrabe Ist in letzter Zeit bei uns häufiger geworden
  • Kranich Auch der Kranicht brütet immer häufiger in der Umgebung von Halle
  • Trauerschnäpper Seltener

Hier das Ergebnis der Abstimmung beim NABU.

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