Wie jedes Jahr rufen der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) zur Wahl auf. Mit dem jährlichen Voting soll auf die Gefährdung der Vögel und Lebensräume aufmerksam gemacht werden.
Zur Wahl stehen:
Wasseramsel In Halle und Umgebung selten, meist nur als Überwinterungsgast
Mehlschwalbe Noch häufig, leidet unter Insektenschwund und dem Verlust von Nistplätzen.
Kolkrabe Ist in letzter Zeit bei uns häufiger geworden
Kranich Auch der Kranicht brütet immer häufiger in der Umgebung von Halle
2022 erschien im APUS die „Kommentierte Artenliste der Vögel von Halle und Umgebung“ von Robert Schönbrodt und Peter Tischler (siehe auch hier unter Publikationen des Vereins).
Hier sind alle 306 Vogelarten, die bis 2020/21 in der Stadt Halle und im ehemaligen Saalkreis gesichert beobachtet wurden, einschließlich der Angaben zum aktuellen Jahresstatus aufgeführt. Für die davon bekannten 177 Brutvogelarten werden jeweils für die Zeiträume 1982-1999 und 2000-2020 Brutstatus und Bestandstrend mitgeteilt.
Auf der Website des OVH wird monatlich eine Vogelart aus dieser Publikation vorgestellt. Das gesamte Sonderheft des APUS mit der komentierten Artenliste kann beim OSA bestellt werden.
Auszug aus der Kommentierten Artenliste zum Kolkraben:
Sowohl die Ausrottung dieses Rabenvogels im BG gegen Ende des 19. Jahrhunderts als auch die Anfänge der Rückkehr ab 1980 in das Bergholz am Petersberg und ab 1983 in die Dölauer Heide beschrieben Rey (1871) und Gnielka (1983, 1984). Diese Wiederbesiedlung erfolgte im Zeitraum der Kartierung für den Atlas der Brutvögel Ostdeutschlands von 1978-1982/1983 (Nicolai 1993), als die Ausbreitung aus nördlicher Richtung gerade das BG erreichte (Köck 1981).
Die folgende halbquantitative Kartierung des BG im Raster von 770 Kilometerquadraten ab 1983-1986/1987 dokumentiert schon 5 BP (Schönbrodt & Spretke 1989); die drei neuen Reviere wurden im Stengelsholz bei Kloschwitz (seit 1984), sowie im Birkenbusch bei Domnitz und im Kockwitzer Busch (seit 1987) gefunden. Nach der folgenden Brutvogelkartierung von 1990- 1995 wurden für das BG bereits 8-10 sichere bis mögliche Reviere genannt (Gnielka & Zaumseil 1997). Die Aufmerksamkeit der Ornithologen für die weitere Verdichtung des Bestandes ließ dann merklich nach.
2022 erschien im APUS die „Kommentierte Artenliste der Vögel von Halle und Umgebung“ von Robert Schönbrodt und Peter Tischler (siehe auch hier unter Publikationen des Vereins).
Hier sind alle 306 Vogelarten, die bis 2020/21 in der Stadt Halle und im ehemaligen Saalkreis gesichert beobachtet wurden, einschließlich der Angaben zum aktuellen Jahresstatus aufgeführt. Für die davon bekannten 177 Brutvogelarten werden jeweils für die Zeiträume 1982-1999 und 2000-2020 Brutstatus und Bestandstrend mitgeteilt.
Auf der Website des OVH wird monatlich eine Vogelart aus dieser Publikation vorgestellt. Das gesamte Sonderheft des APUS mit der komentierten Artenliste kann beim OSA bestellt werden.
Auszug aus der Kommentierten Artenliste zur Haubenmeise:
Die Haubenmeise führt Gnielka (1983) als seltenen, ehemaligen Brutvogel in der Dölauer Heide bis etwa 1932. Alle neueren Brutvogelerfassungen, wie die MTB-Kartierung 1978- 1982 (Nicolai 1993), die Feinrasterkartierung auf 1-km²-Basis 1983-1986 (Schönbrodt & Spretke 1989) und die Kartierung auf MTB-Quadrantenbasis im Süden Sachsen-Anhalts 1990-1995 (Gnielka & Zaumseil1997) erbrachten für das BG nicht einmal einen möglichen Bruthinweis.
Während der 42jährigen Planbeobachtungen auf dem Südfriedhof in Halle traf Gnielka (2014) dort nur 2005 eine einzelne Haubenmeise zwischen August und Dezember an. Mit dem ersten neueren Brutnachweis auf dem Gertraudenfriedhof überraschte D. R. Bird im Mai 2014, nachdem ihm dort bereits Beobachtungen von Einzelvögeln in den Jahren 2008 und 2011 sowie von zwei Vögeln 2012 und 2013 geglückt waren. Den Brutplatz in etwa 9m Höhe im morschen Holz einer Birke der Abt. 14 verriet das fütternde Paar am 4.5.2014; ob die Brut erfolgreich verlief, ist nicht bekannt, da ab 8.5. keine Fütterungen mehr festgestellt werden konnten (Bird 2014).
Brutnachweise der im BG seltenen Haubenmeise gelangen nur ausnahmsweise. Heidesee Nietleben. 30.4.2019. Foto: J. Strauß.
Wenige Frühjahrsdaten aus ornitho.de im Zentrum der Dölauer Heide am 26.3.2013 (1 – T. Stenzel), 30.4.2016 (1 – S. Sammler) und 18.6.2016 (2 – R. Höhne) sowie Feststellungen nahe der Siedlung Waldheil am 18.6.2016 (2 – R. Höhne) sowie bei Dölau am 9.3.2019 (1 – H. König) lassen zumindest für wenige weitere Jahre und Örtlichkeiten Brutverdacht aufkommen. Einen zweiten Brutnachweis dokumentierte J. Strauß 2019 nahe Nietleben neben einem Waldweg am Heidesee. An einem etwa 4m hohen Reststumpf einer abgebrochenen Kiefer befand sich 40 cm unterhalb der Bruchstelle die Höhle, in die am 21.3.2019 Nistmaterial eingetragen wurde; vom 15.-30.4. trugen jeweils 2 ad. Futter ein, am 30.4. auch Kotballen heraus (Abb. 144). Die recht ortstreue Art wurde aus dem BG ab 2012 bis 2019 außerhalb der Brutzeit nur je 2x im Oktober und November, 3x im Dezember und 5x im Januar, meist einzeln oder zu zweit und nur einmal als Dreiergruppe gemeldet (ornitho. de).
2022 erschien im APUS die „Kommentierte Artenliste der Vögel von Halle und Umgebung“ von Robert Schönbrodt und Peter Tischler (siehe auch hier unter Publikationen des Vereins).
Hier sind alle 306 Vogelarten, die bis 2020/21 in der Stadt Halle und im ehemaligen Saalkreis gesichert beobachtet wurden, einschließlich der Angaben zum aktuellen Jahresstatus aufgeführt. Für die davon bekannten 177 Brutvogelarten werden jeweils für die Zeiträume 1982-1999 und 2000-2020 Brutstatus und Bestandstrend mitgeteilt.
Auf der Website des OVH wird monatlich eine Vogelart aus dieser Publikation vorgestellt. Das gesamte Sonderheft des APUS mit der komentierten Artenliste kann beim OSA bestellt werden.
Auszug aus der Kommentierten Artenliste zur Schleiereule:
Die Bestandsentwicklung schätzten Schönbrodt & Spretke (1989) mit 20-50 BP gegenüber Gnielka (1984) mit damals noch 22-88 BP rückläufig ein. Viele der ehemals traditionellen Brutplätze wurden aufgegeben. Auch lange Kälte- bzw. Schneewinter mit geschlossener Schneedecke führten zu Bestandseinbrüchen, so z.B. im Winter 2011/2012, als fast die gesamte Schleiereulenpopulation im BG erlosch. Solche Verluste konnten in Jahren mit hohem Feldmausaufkommen durch mehrere Jahresbruten wieder ausgeglichen werden; z.B brüteten im östlichen Saalkreis 1998 – 14 BP, die 209 Jungeulen aufzogen, wovon bereits am 23.5.1998 die erste 6er-Brut ausflog. Im selben Gebiet wurden 2001 nur noch 7 BP und 54 Jungvögel ermittelt (G. Klammer, George & Wadewitz 1999, 2001).
2022 erschien im APUS die „Kommentierte Artenliste der Vögel von Halle und Umgebung“ von Robert Schönbrodt und Peter Tischler (siehe auch hier unter Publikationen des Vereins).
Hier sind alle 306 Vogelarten, die bis 2020/21 in der Stadt Halle und im ehemaligen Saalkreis gesichert beobachtet wurden, einschließlich der Angaben zum aktuellen Jahresstatus aufgeführt. Für die davon bekannten 177 Brutvogelarten werden jeweils für die Zeiträume 1982-1999 und 2000-2020 Brutstatus und Bestandstrend mitgeteilt.
Auf der Website des OVH wird monatlich eine Vogelart aus dieser Publikation vorgestellt. Das gesamte Sonderheft des APUS mit der komentierten Artenliste kann beim OSA bestellt werden.
Auszug aus der Kommentierten Artenliste zur Nilgans:
Die Nilgans findet bei Gnielka (1984) und bei Schönbrodt & Spretke (1989) noch keine Erwähnung. Vom 5.-19.4.1983 gelang die erste Beobachtung einer Nilgans bei Landsberg durch G. Klammer (OVH Archiv). Die Art führte Gnielka (1989b) noch als Gefangenschaftsflüchtling. Zwischen 1984 und 1991 wurden nur sieben Meldungen einzelner Ind. bekannt. Der erste Brutnachweis für Sachsen- Anhalt erfolgte im BG in der Saale-Elster- Aue bei Halle-Planena, dort führte ein Paar am 22.6.1990 einen Jungvogel (H. Tauchnitz, Gnielka & Zaumseil 1997; Dornbusch 2012). In der Folge ging die weitere Brutansiedlung nur langsam voran. Am 2.5.1994 – 2 ad. u. 1 juv. auf einer Hochwasserfläche zwischen Saale und Lunzbergen nördlich Halle, der zweite Brutbeleg (J. Strauß, OVH Archiv). Erst am 6.4.2002 folgte die nächste Beobachtung eines Paares in der Saale-Elster-Aue. In den Jahren bis 2013 gab es dann an verschiedenen Orten einzelne Nilgänse und auch Paare. Dann wurde sukzessive jedes zur Brut geeignete Gewässer von mindestens einem Paar besetzt. Brütende oder jungeführende Paare wurden auf Gewässern nahe Halle- Planena (2013 bis 2020), Lochau (2014), Halle-Trotha (2014), Kanena (2014), Zwintschöna (2014, 2016), Langenbogen (2014, 2020) beobachtet.